Fahrradzukunft

Ausgabe 26

Januar 2018

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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

neulich bei einer winterlichen Radtour durch die Südheide traf ich auf einen rüstigen alten Mann, deutlich über 80, der sein betagtes Dreigangrad beharrlich durch den Matsch schob, in der Hoffnung, bald wieder auf bessere Wege zu treffen. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte von seinen Radtouren früher, vor mehr als 50 Jahren. Mehrmals über die Alpen sei er gefahren, auch durch die Pyrenäen und über viele andere Gebirge Europas: Aufwärts habe er das Rad ohne Gangschaltung geschoben, abwärts sei er bei überhitzter Rücktrittbremse abgesprungen. Auch mit Felgenbremsen später sei es nicht viel besser gewesen: Auf langen Abfahrten drohten die Felgen so heiß zu werden, dass die Reifen platzen. Schön sei es gewesen, damals, so durch Europa zu fahren …

Fast hätte ich ihn gefragt, was er, der Fahrrad-Veteran, denn von ABS am Rad halten würde. Aber da er schon mein »Geländerad« kaum als ehrlichen Drahtesel durchgehen ließ, verkniff ich mir die Frage. Kritisch hat sich dafür unser Redakteur Ralf Stein-Cadenbach mit »ABS für das Fahrrad« auseinandergesetzt.

Ebenso in die Kategorie »neuer aber nicht unbedingt besser« fallen auch die beiden Artikel zum Thema Licht in diesem Heft:
FZ-Redakteur Bernd Sluka rückt die neue StVZO zur Fahrradbeleuchtung in »Verwirrspiel in guter Absicht« in’s rechte Licht.
Und Andreas Oehlers Artikelserie »Steckdose unterwegs« geht in die sechste Runde. Spannende Neuheiten waren angekündigt – getestet hat er letztendlich ebenso ungewöhnliche wie unterschiedliche Stromerzeuger nebst einer über alle Zweifel erhabenen Ladeschaltung in Industriequalität.

Ebenfalls direkt aus der FZ-Redaktion kommen einige durchaus streitbare und vielleicht für eine Radzeitschrift unerwartete Gedanken zur »Mobilität von Kleinkindern und Fahranfängern«. Untertitel: »Ab wann sollen Kinder Fahrradfahren lernen?« Dieser Artikel ordnet sich in die Reihe der Beiträge zur Kindermobilität in den Heften 24 und 25 und einiger früherer Artikel zu diesem Thema in der Fahrradzukunft ein.

Schließlich wollen wir noch eine neue Serie starten: In loser Folge stellen die Redakteure ihre Räder (besser müsste es wohl heißen: eines ihrer Räder) vor. Los geht es, passend zur Jahreszeit, mit einem Winterrad. Auch das ebenfalls vorgestellte Liegetrike unseres Bildredakteurs Jürgen Linde hat bei winterlichen Fahrbedingungen erhöhte Sicherheitsreserven.

Viel Vergnügen mit der neuen Ausgabe der Fahrradzukunft!

wünscht für die Redaktion
Wolfram Steinmetz – regelmäßig auch auf seinem Oldtimer mit Stempelbremse und einer Rücktrittnabe von 1927 sicher unterwegs – bereits mit ABS (Angepasster Brems-Strategie).