Fahrradzukunft

Ausgabe 9

Oktober 2009

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Leserbriefe

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Autofasten

Zu: Bringt Familienleben ohne Auto weniger Lebensqualität? (Ausgabe 8)

Ich habe eure Seite entdeckt, weil ich beim Autofasten in Österreich mitmache. Die Seite ist sehr interessant. Vor allem, weil wir auch eine Familie ohne Auto sind und wir die Herausforderungen kennen. Auch die Lösungsansätze finde ich teilweise ähnlich bei uns wieder! Es freut mich jedenfalls von anderen Familien zu hören, die auch kein Auto haben wollen.

Der Name des Autors ist der Redaktion bekannt. Der Autor bat im Juni 2011 darum, nicht mehr erwähnt zu werden.

Eigenbaukindersitzschale

Zu: Babytransport auf dem Fahrrad mit dem BabyBiker – ein Produkt in Entwicklung (Ausgabe 8)

Ich möchte die Idee mit dem Babybiker absolut bestärken. Als meine beiden Kinder klein waren (1986/88), gab es fast noch keine Fahrradanhänger in Deutschland. Wir hatten den ersten Importanhänger, als sie schon 4 und 6 Jahre alt waren …

Vorher hatte ich eine Eigenbaukindersitzschale vor dem Lenker, nicht von mir selbst gebaut, die meine Kinder und ich geliebt haben. Diese Schale war steiler, eher wie ein Kindersitz, und daher erst ab dem Sitzalter zu benutzen, dann aber viel bequemer als die damals noch verfügbaren Kindersitze für die Montage vor dem Lenker. Sie war ebenfalls rahmenfest montiert an einen Kindersitzhalter von Pony (gibt es heute nicht mehr. Ein Hinweis an die Kinderanhänger-Generation: der direkte Blickkontakt zwischen Eltern und Kleinstkindern ist durch nichts zu ersetzen und bietet Eltern-Radfahr-Qualität pur.

Ich hielte es für sinnvoll, eine zweite Sitzschale, des etwas steiler steht, als Nachfolgemodell zu konzipieren oder die Babyschale in der Neigung verstellbar zu gestalten. Allerdings muss man sich bewusst sein, dass ein Kinderanhänger mehr Sicherheit bietet.

Und meine Frage zum Schluss: Sind Kindersitze vor dem Lenker in Deutschland überhaupt noch erlaubt? Ich meine mal gehört zu haben, dass die Kindersitze vor dem Lenker nicht mehr produziert wurden, weil sie nicht erlaubt seien, habe das aber nie nachgeprüft.

Peter Barzel, Düsseldorf

Kindersitze vor dem Lenker sind nicht verboten. In der DIN EN 14344:2004 (»Kindersitze für Fahrräder«) gibt es jedoch nur noch »Rücksitze« der Klassen A15 (9–15 kg) und A22 (9–22 kg) sowie »Frontsitze zwischen Lenker und Fahrer« der Klasse C15 (9–15 kg). »Frontsitze vor dem Lenker« werden als »nicht zulässig« genannt. Im Zusammenhang mit dem Gerätesicherheitsgesetz dürfen solche Sitze also nicht mehr mit dem GS-Zeichen ausgestattet werden.

Im Verkehrsblatt 1980, S 788 ist die Befestigung von Kindersitzen »an schwenkbaren Lenkungsteilen« ausgeschlossen. Außerdem müssen sich gemäß dieser Vorschrift »2/3 der Sitzflächentiefe oder der Schwerpunkt der Sitzfläche zwischen der Vorder- und Hinterachse des Fahrrads« befinden. Auch eine rahmenfeste Befestigung vor dem Lenker dürfte in vielen Fällen dieser Richtlinie widersprechen. Der Adressat dieser Vorschrift wird allerdings nicht klar benannt.

Beides dürften Gründe dafür sein, warum diese Sitze in Deutschland nicht mehr angeboten werden. In anderen EU-Ländern, z. B. den Niederlanden, sind solche Sitze wohl noch am Markt. Maßgeblich für den Endverbraucher ist die StVO, die die Verwendung nicht verbietet.

Die Redaktion

Tragetuch

Zu: Säuglingstransport mit dem Fahrrad (Ausgabe 8)

Zu: Babytransport auf dem Fahrrad mit dem BabyBiker – ein Produkt in Entwicklung (Ausgabe 8)

Unsere Kleine hatte v.a. ich sehr viel im Tragetuch vor dem Bauch, Rücken hat ihr nie so gepasst. Eigene Erfahrung mit Tragetuch vor dem Bauch am (normalen) Fahrrad: Es geht, wenn eine ziemlich aufrechte Sitzposition möglich ist. Bequem ist aber was anderes. Über »verboten ja/nein« habe ich mir in dem Zusammenhang gar keine Gedanken gemacht.

Ob das Kind nun in Mamas Bauch oder – etwas höher gezurrt – unter Papas Jacke steckt, sollte im Fall des »Falles« kein sehr wesentlicher Unterschied sein. Wir hatten bald einen normalen Anhänger und dorthinein den ganz normalen Reboard-Kindersitz gezurrt (war vorhanden wegen Auto, ja, wir haben eins allein schon, weil meine Frau mit ÖPNV nicht in vertretbarer Zeit in die Arbeit kommt).

Matthias Mansfeld, Haar

Parallelschaltung

Zu: Alltagstuning für Kinderanhänger (Ausgabe 8)

Zuerst vielen Dank und großes Lob für Eure Arbeit. De Zusammenstellung der FZ mit verschieden gesetzten Schwerpunkten gefällt mir; ich lese sie gerne.

Neben den beiden von Christoph Dörffel beschriebenen Lösungen mit Nabendynamo am Anhänger oder Nabendynamo, Trailermatic und LED-Lichtern am Zug-Fahrrad gibt es eine noch andere, deutlich günstigere Lösung: Die Parallelschaltung von Fahrrad- und Anhängerlichtern, verbunden mit einfachen Kfz-Bordspannungssteckern und -kupplungen. Die Kombination aus Speichendynamo, LED-Scheinwerfer und Glührücklicht am Rad und dazu parallel je ein LED-Rücklicht an den Anhängern hat sich im vergangenen Winter bewährt. Dank besseren Wirkungsgrads der LEDs ist die Parallelschaltung mit unmerklichem Helligkeitsverlust des Fahrlichts verbunden.

Der erste Versuch mit einem Halogenscheinwerfer war unbefriedigend, weil das Fahrlicht zu dunkel wird. Die Parallelschaltung von Glühlampen und der Anhängerbeleuchtung am Seitenläufer des Mama-Rads ist daher nur eine Notlösung, weil selten benötigt, und wenig aufwendige Vorleistung einer zukünftigen Aufrüstung des Mama-Rads mit Nabendynamo und LED-Licht. Unser Kinderanhänger ist ein einsitziger Croozer 737, der werkseitig nur zwei Schlaufen für Batterieleuchten und kleine Reflektoren knapp über der Straße hat. Ein Rücklicht mit Großflächenreflektor so anzubringen, dass der Anhänger gefaltet, das Licht nicht angerempelt und gut gesehen werden kann, ist beim Croozer wegen der geneigten Flächen und verschieblichen Rohre nur möglich, wenn man es zwischen den Schlaufen oderhalb der Gepäckklappe an der Bespannung montiert; damit ist es etwa so hoch wie Rücklichter an Gepäckträgern von Uprights.

So wurden dort zwei Löcher in den Stoff geschmolzen, ein Toplight auf Kontaktierung mit beiden Befestigungsbolzen umgebaut und mit zwei stromführenden Lochblechstreifen versehen, von innen mit dem Plastikdeckel einer Eisdose unterlegt, um Schlackern zu vermeiden, und die Verschraubung von innen mit Ringösen verkabelt. Am Rücklicht sind keine Kabel zu sehen und an der Kontaktierung im Inneren könnte noch eine LED-Innenbeleuchtung angeklemmt werden.

Das Kabel ist im Inneren an den Rahmenrohren verlegt, mit Kabelbindern befestigt und endet an der linken Deichselaufnahme in einer Kfz-Aufbaukupplung, um die Deichsel mit ihrem Kabel abnehmen zu können. Weiteres Alltagstuning war die Montage von Steckschutzblechen an der Stoßstange, weil der seitlich versetzte, nur 74 Zentimeter breite Anhänger mich nass spritzte. An meinem MTB sind nach und nach zwei Steckbleche für Hinterräder angebracht worden, die kürzeren für Vorderräder sind nun am Anhänger.

Hans-Christian Ahlmann, Siegburg

Toter Winkel bei PKW

Zu: Gelesen (Ausgabe 8)

»Im Unterschied zu schweren Lkw haben leichte Lkw keinen Toten Winkel.« zitiert die Autorin aus der Studie. Dass leichte LKW keinen für Radler gefährlichen toten Winkel hat, wie es wohl in der Studie steht kann ich so nicht unterschreiben, gerade als Radler UND Autofahrer. Selbst jeder normale PKW hat immer noch genügend toten Winkel, dass ein Radler ernsthaft gefährdet werden kann, wenn auch vielleicht nicht so katastrophal wie mit dem klassischen LKW-Hinterrad-Überroller, wo der Fahrer noch nicht mal was merkt.

Das kann man einfach mal mit einem PKW seiner Wahl ausprobieren (und auch mal die Kinder auf den Fahrersitz setzen und sich selber von hinten heranpirschen). Im toten Winkel eines Minivan kann man schon fast wieder die sprichwörtliche Schulklasse unterbringen. Das ist ein absolutes Aha-Erlebnis, und so hält man dann respektvollen Abstand voraus oder dahinter, rechnet immer mit Abbiegen und – wichtig und sinnvoll zumindest bei PKW – sucht Augenkontakt mit dem Fahrer (das gehört auch in den vorgeschlagenen Verhaltenskodex für den Radler). Hat der Fahrzeugführer mich als Radler wirklich wahrgenommen?

Matthias Mansfeld, Haar

ZweiKistenJunge

Zu: Wasserträger (Ausgabe 3)

Ich fand den Artikel von Andreas Oehler sehr interessant, insb. der DuoBoxBoy. In Berlin habe ich dann einen Radladen gefunden, der solche Teile konstruieren ließ. Falls es interessant ist, ich habe das Gerät auf einer Webseite vorgestellt.

Nachbau des DuoBoxBoy-Getränkekstenhalters

René Pönitz, Berlin

Dank

Vielen Dank für die Mühen Ihres Standes auf der Spezi 09. Da habe ich Sie kennen gelernt und freue mich über Ihre Arbeit, Ihre Erscheinung.

Nun bin ich schon als Leser registriert. Online habe ich schon die ersten Artikel gelesen, Danke allen Schreibenden. Soviel Zeit und Wissen ist hier versammelt. Ich bin gespannt, was mein guter Bekannter und Radhändler dazu sagt.

Selbst fahre ich Rad seit 42 Jahren, pflege seit 1984 mein Bridgestone Submariner und erst seit kurzem ein sehr leichtes Koga Myato Road Winner. Ich wünsche Ihnen Allen allseits Spass, Willen und Lust im Radeln.

Felix Paetzold, Dietenheim