Fahrradzukunft

Ausgabe 6

August 2008

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Leserbriefe

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Verschaltungsmäßig

Zu: Doppelt hellt besser (Ausgabe 4)

Im Nachsatz »doppel-doppel« schreiben Sie von zwei LED-Scheinwerfern, speziell IQ Fly (wird analog für den elektrisch baugleichen Schmidt Edelux gelten, nehme ich mal an) wahlweise parallel oder Reihe mit Serienkondensator.

Wie genau ist das jeweils verschaltungsmäßig gemeint (Verschaltung der Scheinwerfer, und dann jeweils Serienkondensator wohin)? Die Skizze weiter oben im Artikel bezieht sich ja im Wesentlichen auf Reihenschaltung Halogen E6 und E6-Z oder vergleichbare.

»Von daher bietet sich auch hier eine Parallelschaltung an, um die nur mäßig gekühlte LED zu schonen und effizienter zu betreiben. Es ist aber auch eine Reihenschaltung möglich. Beide Kombinationen lassen sich durch die Verwendung eines Serienkondensators zu deutlich mehr Leistung bei mittlerer bis schneller Fahrt verhelfen. 330 µF sind in beiden Fällen ein günstiger Wert. Bei Parallelbetrieb ergibt sich so eine leichte Resonanzüberhöhung der Leistungsaunahme bei mittlerem Tempo.«

Was tun die beiden gleichen Scheinwerfer da jeweils mit verschiedenen »Mischungen« Schalterstellungen (Aus, An, Automatik/Sensor), wie verhält sich da jeweils das Standlicht?

Matthias Mansfeld, Haar

Der Serienkondensator wird jeweils zwischen (einem Pol des) Nabendynamo und den gesammelten Leuchten eingesetzt. Wie am Ende des Artikels genannt, sollte nie nur ein IQ-Fly alleine mit Serienkondensator betrieben werden, da das die LED im Scheinwerfer überlasten kann.

Es empfiehlt sich für solche Experimente deshalb, den IQ-Fly in der Variante ohne integrierten Schalter zu nutzen und mit externem Mehrstufen-Schalter so zu schalten, daß keine problematischen Betriebszustände vorkommen können. Die Variante mit 2 IQ-Fly in Serie mit Serienkondensator kann vergleichbar geschaltet werden wie in der E6/E6Z-Skizze.

Dabei spricht dann nichts dagegen, den »ersten« IQ-Fly auch im Senso-Modus arbeiten zu lassen. All dies habe ich jeweils kurz getestet, übernehme aber keinerlei Verantwortung für etwaige Schäden. Wenn Sie Defekte an den Leuchten sehr ärgern würden, verzichten Sie bitte auf Experimente mit Serienkondensator und beschränken sich maximal auf die Parallelschaltung.

Andreas Oehler, Autor des Artikels, Redaktionsmitglied

Zweifel an Powergrips

Zu: Mehr Power mit »Powergrips«? (Ausgabe 5)

Mit Interesse las ich den Artikel über die Powergrips zur Fußfixierung am Pedal; auch weil ich selber schon überlegt hatte, damit bei großen Touren die Fahrradschuhe einsparen zu können. Wenn ich aber auf den beigefügten Bildern die Position der Füße auf den Pedalen sehe, so kommen mir Zweifel an der Funktionstüchtigkeit dieses Systems. Um entspannt pedalieren zu können, muss zumindest bei mir der Vorderfuß über der Pedalachse stehen, nicht aber der Spann oder Mittelfuß, wie auf den Bildern deutlich zu sehen ist. Vielleicht kann sich Stefan Buballa dazu in der nächsten Ausgabe äußern.

Stephan Behrendt, Köln

Vielen Dank für die Rückmeldung. In der Tat steht der Fuß auf den Bildern mit Turnschuh nicht ganz optimal, danke für den Hinweis. Dies ist jedoch der Entstehung der Photos hier (in El Salvador) geschuldet und nicht dem Pedalsystem an sich. Ich hatte leider nur ein »Fußmodell«, das Schuhgröße 41 statt 43 hat. Dadurch rutscht der Fuß an meinem Rad natürlich weiter nach vorne als bei mir. Die Bilder sollten in erster das Fixationsprinzip verdeutlichen. Das System lässt sich selbstverständlich auf jede Position ganz nach Wunsch einstellen.

Stefan Buballa-Jaspersen, Autor des Artikels, Redaktionsmitglied

Bezugsquelle Powergrips

Zu: Mehr Power mit »Powergrips«? (Ausgabe 5)

in der letzten Ausgabe waren ja die Power Grips beschrieben. Vergeblich habe ich im Netz danach gesucht – ohne Erfolg. Wißt Ihr vielleicht eine Bezugsquelle? Vielen Dank!

Andreas Fertl, Rosenheim

Als offiziellen deutschen Distributor nannte der Hersteller auf Anfrage Globetrotter. Dort sind die PowerGrips jedoch aus dem Programm verschwunden – angeblich, weil es sie nicht mehr gibt. Die Frankfurter Filiale konnte sie jedoch innerhalb weniger Tage auf Anfrage beschaffen. Der Preis von knapp 14 Euro und das Preisschild mit durchgestrichenen 19,95 Euro deutet auf Restposten hin. Auf jeden Fall sind die PowerGrips direkt beim Hersteller über den Webshop zu beziehen.Sie kosten dann inklusive Versand 32,95 $, also ungefähr 21 €. Auch bei Veloplus sind sie zu bekommen. Bei Bestellung aus anderen Ländern als der Schweiz liegt der Mindestbestellwert allerdings bei 300 Franken, entsprechend rund 185 €.

Die Redaktion

Schlafentzug

Zu: Reifenabschäler (Ausgabe 5)

Zu: Nieten für den Spedi-»mode« (Ausgabe 4)

Zu: Doppelt hellt besser (Ausgabe 4)

Eigentlich wollte ich heute früh schlafen gehen – aber bekam abends noch eine Mail von einem Radlfreund und schaute neugierig nach was denn das sei. Oh Gott-oh-Gott – massenweise super interessante Artikel zum Thema. Besonders interessant, dass es Themen sind über die ich mir auch schon unbefriedigende Gedanken machte.

Jetzt aber zum Reifen«abschälen«:
Am DIY-Tandem wollte ich für die Urlaubsfahrt (vor 3 Jahren) was »Gutes« tun und habe einen Tag vor der Abreise schweinsteure Schwalbe Marathon (mit Kevlarverstärkung und Reflektorstreifen gekauft – genaue Bezeichnung/Farbe weiß ich nicht mehr.). Das Tandem hat Westwoodfelgen (späte 1960er Jahre; Made in Austria) für 28 × 1 1/5 Reifen, also 635-37.

Ein Reifen ging schon beim Aufpumpen dauernd von der Felge, der andere hielt wenn man gaaaaanz vorsichtig aufpumpte und den Mantel immer schön gleichmäßig auf dem Felgenbett verschob/fixierte. Ich kaufte einen beliebigen billigen Semperit/barum, den ich auch meist am Alltagsrad (gleicher Felgentyp) verwendete. Was soll ich sagen: Ein ganzer Tag verschissener Arbeit statt andere Vorbereitungen für die Tour zu machen, 2 geplatzte Schläuche.

5 Kilometer nach Beginn der Tour (Aussteigen vom Bahnhof frühabends in der Provinz) platze der noch verbliebene Marathon. Ein halber Tag Pause bis man telefonisch einen Händler fand der einen passenden Reifen hatte. Mit MTB vom Sohn zurück zum Ausstiegsort, Reifen gekauft und dann montiert. Beim ZEG-Händler musste ich dann fast ein Jahr warten (Schwalbe-Vertreter kommt nur einmal im Jahr), bis ich zwei Ersatzreifen bekam, aber keine drei Schläuche.
Ein bekannter Radsammler erzählte mir, dass einem lokalen Mechaniker der Umstand mit den Schwalbes auf den österreichischen Westwoodfelgen bekannt sei – und der diese nicht im Programm habe, bzw. seinen Kunden nicht montiert.
Inzwischen habe ich auf 622-50 umgesattelt.

Besonders gefiel mir der Artikel zum Anhänger mit Auflaufbremse. Hab sowas Mitte der 90er auch gebaut, sehr ähnlich, aber doch ganz anders!

Kosten: etwa 20 € inkl 2 neuer Reifen. 20″ Klappradfelgen, Seitenzugbremsen weil leichter anzusteuern (weniger Bauhöhe) und leichter. Auf dem Rahmen finden genau 2 Billigsdorfer Plastikklappboxen Platz (quer). Unter dem Rahmen ist ein Korb: Aus einem alten kinderwagen genommen und vergrößert. Da ist alles Schwere drin (gleich Küche, in Müllsäcken trocken gehalten). Der Rahmen besteht aus Zeltstangen eines alten Hauszeltes (Stahl) und Waschetrocknerrohren (sehr leicht, aber knifflig zu schweißen) und kann im Notfall (Bahntransport oder Ähnlichem) in 3 Teile zerlegt werden. Ich schätze, der Anhänger hat 7–9 Kilogramm Eigengewicht. Wir beladen ihn auf Touren mit maximal 40 Kilogramm, im Alltag verwende ich ihn so gut wie nie (umständlich im Radkeller verstaut).

Die Bremshebellage ist so trotz ausgeklügelter Mechanik nahezu unbrauchbar, weil die Bremswirkung zu gering. Bei Passabfahrten wird deshalb mit Gummispanner »vorgespannt«.

Habe ihn damals mit CAD konstruiert. Die Datei ist futsch, aber einen Ausdruck habe ich unlängst gefunden, ebenso hab ich ein paar Fotos gemacht. Muß ich endlich mal zusammenfassen und zu meinen anderen Rädern bei flickr einstellen.

Die Lichtartikel gefielen mir auch sehr gut. Will mir 2 LED-Scheinwerfer (95 % Stadtverkehr) basteln und LED-Rücklicht (plus Goldcap-Kondensator). Die zitierten Projektkosten von 60 (oder mehr?) € sind mir aber zu heftig. Wenn das klappt, auch was für’s Rennrad. Nur passt auf das »neue« leider kein Walzendynamo drauf, ich muß also mit Akku-LED-Licht fahren (Polaris).

Danke für eure Mühen, werde die Seite gerne weiterempfehlen!

Horst Koschuta, Graz, Österreich

Pedalsystem für Liegerräder

Zu: Mehr Power mit »Powergrips«? (Ausgabe 5)

Ich habe jetzt sämtliche Beiträge von Ausgabe 0 bis 5 mit Genuss und Gewinn gelesen und möchte Euch dafür ausdrücklich danken. Schön, dass es die Fahrradzukunft (und ihre Macher) gibt.

In Ausgabe 5 hat mich unter anderem der Beitrag »Mehr Power mit »Powergrips«? – Ein Pedalsystem für Reiseradler« besonders interessiert, weil ich mich u. a. auch schon mit »diesem« Problem beschäftigt habe. Für mein Liegerad habe ich allerdings eine andere Lösung gefunden. Sie ist zwar aufwändiger als »Powergrips«, hat demgegenüber aber auch einige Vorteile.

Durch meine Website  und das Liegeradforum sind auch schon andere darauf aufmerksam geworden und benutzen mit großer Zufriedenheit diese Lösung.

Rolf Tiemann, Gau-Odernheim

Rolf Tiemann hat sich die Mühe gemacht, den Bau seiner Fersenstützen im Artikel Eine Stütze für die Ferse in dieser Ausgabe zusammenzufassen.

Die Redaktion

Gravierende Kritik

Zu: Überholverhalten von Kraftfahrzeugen (Ausgabe 5)

Mit großem Interesse verfolge ich die Ausgaben der Fahrradzukunft. Kurz zum Sprachstil des Redakteurs, der das Pronomen »man« mit der merkwürdigen Bildung »frau« vertauscht: Emanzipation beweist man durch eigenes Handeln gegenüber anderen Personen, nicht durch sinnfreie Wortwahl. Dem Lesefluss wäre es sehr zuträglich, wenn der Verfasser sich an den Duden halten würde.

Nun zum Artikel »Überholverhalten von Kraftfahrzeugen«:
Zunächst zum Versuchsaufbau selbst: Es ist zu vermuten, dass die riesigen Fahrradtaschen das Überholverhalten stark beeinflussen. So erscheinen die Überholabstände beinahe vorbildhaft, da die gerichtlich festgelegten Mindestabstände annähernd eingehalten wurden. Aus eigener Erfahrung ohne Gepäck bin ich da anderes gewöhnt. Leider enthält der Artikel keine Angaben über das Verfahren der Entfernungsmessung: Wurde die linke Lenkerspitze als Anfangspunkt der Messung genommen oder die Kante der Packtasche? Und wann wurden die Messungen durchgeführt? Wochentags jeweils zur gleichen Urzeit oder zu beliebigen Zeitpunkten? Und warum tragen die Tester keine Oberbekleidung in einheitlicher Farbgebung? Eine größere Differenz als zwischen schwarz und weiß ist ja schon nicht mehr denkbar.

Riesige Schwächen hat jedoch die Datenauswertung und die Schlussfolgerung aus dieser. Wie kann man zur globalen Aussage »Trägt der Radfahrer einen Helm, so wird ihm weniger Platz gelassen« kommen, wenn zwei Sätze später festgestellt wird: »Trug er [Henrik] während seiner Testfahrten einen Helm, so wurde ihm mehr Platz beim Überholen gelassen«. Diesen überraschenden Effekt, der auf eklatante Fehler bei der Studie hindeutet, kann der Autor leider nicht erklären. Mit den oben zitierten Aussagen übernimmt der Autor zudem die Resultate der Studie von Ian Walker, ohne dass er dies mit eigenen empirischen Ergebnissen belegen könnte.

Abstrus wird es dann bei der »Zusammenfassung«:
»Ausgehend vom Erklärungsmodell Ian Walkers lässt sich festhalten, dass Frauen entweder weniger Fahrvermögen von den Autofahrern zugetraut wird oder ihr Sicherheitsbedürfnis größer ist.« Die Schlussfolgerungen einer fremden Studie auf die eigene zu übertragen ist nicht zulässig. Im Übrigen lassen sich die obigen Aussagen allein mit der Entfernungsmessung nicht belegen. Dazu müsste man die Autofahrer schon befragen! Auch werden Frauen nicht mit größerem Abstand überholt, weil »ihr Sicherheitsbedürfnis größer ist«, sondern allenfalls, weil ihnen ein größeres Sicherheitsbedürfnis unterstellt und zugebilligt wird.

Weiter im Text: »Trägt ein Radfahrer einen Fahrradhelm, so wirkt er weniger verletzlich und braucht weniger Sicherheitsabstand. Die Ausnahme bei Henrik scheint sich auf einer anderen Ebene auszuwirken. Durch das Tragen eines Helmes scheinen die Autofahrer ihm weniger Fahrkönnen zuzutrauen. Somit lassen sie ihm mehr Platz, auch wenn er an sich weniger verletzlich zu wirken scheint.« Diese Mutmaßungen basieren auf keiner empirischen Grundlage! Wie oben: Dazu hätte man die Autofahrer befragen müssen. Insgesamt kann man die gesamte »Feldstudie« in der Pfeife rauchen.

Tut mir leid, wenn ich hier etwas aus dem Leim gegangen bin. Aber es ist schade, wenn aus so einem hochinteressanten Thema nur Murks gemacht wird. Der ganze Artikel beweist, dass es eben nicht ausreicht, nur technisch korrekte Messungen vorzunehmen. Im Übrigen wäre die ganze Sache eine prima Magisterarbeit für die Sozial- oder Verhaltenswissenschaften (z. B. Psychologie oder Soziologie).

M.G. (Name der Redaktion bekannt), Jena

Ergänzung

Zu: Eine deutsche »Lichtkafkaeske« (Ausgabe 5)

Im Artikel »Eine deutsche Lichtkafkaeske« wurde behauptet, daß StVZO § 67 sowie TA23 für 12-V-Anlagen überarbeitet wurde. Diese Überarbeitung ist leider höchstens in der TA gültig, die aktuelle StVZO (Aktueller Rechtsstand: 31. Januar 2008) verlangt noch:
»§ 67 Lichttechnische Einrichtungen an Fahrrädern. (1) Fahrräder müssen für den Betrieb des Scheinwerfers und der Schlussleuchte mit einer Lichtmaschine ausgerüstet sein, deren Nennleistung mindestens 3 W und deren Nennspannung 6 V beträgt (Fahrbeleuchtung). […]«

Bodo Eggert, Hamburg

Super

Mal wieder super :):):) Schönen dank dafür!!!

Andreas Bieniek, Hannover

Abschäler

Zu: Reifenabschäler (Ausgabe 5)

Ich hatte selbst einmal einen Reifenabschäler, und habe es mindestens zweimal bei einem Reisegefährten erlebt. Bei mir war’s eine einfache Stahlfelge und ein Reifen, dessen Fabrikat ich nicht mehr weiß; hatte vorher lange gehalten, aber als dann einmal deutlich mehr Druck drinnen war, ist der Reifen abgesprungen.

Bei meinem Reisegefährten war’s eine Weinmann Konkav (Concave?) Felge und ein Schwalbe Marathon Reifen (32-622); bei 6 bar sprang der Reifen ab, bei 5 bar hielt er. Bemerkenswert fand ich den immer gleichen Verlauf: Jedes Mal passierte es, nachdem am Ende einer Abfahrt bis zum Stillstand gebremst worden war. In meinem Fall merkte ich schon vorher die Unwucht.

Anton Ertl, Wien

Feste Schriftgröße

Ich lese Ihre Zeitschrift mit großem Interesse. Besonders die verkehrsrechtlichen und -politischen Themen haben es mir als Alltagsradfahrer angetan.

Was mich ein wenig am Layout stört, ist, dass mittels CSS die Größe der Schrift des Fließtextes festgelegt wird: Ich habe meinen WWW-Browser (firefox) so konfiguriert, dass er mir – wenn im WWW-Dokument nicht anders angegeben, für den Fließtext eine Schriftgröße wählt, die ich am Bildschirm gut lesen kann.

Das CSS-Dokument verändert die Schriftgröße: Sie wird zu groß. Schalte ich Style-Sheets im Browser ab, erscheint die Schriftgröße, so, wie sie soll. Jedoch verschwinden damit natürlich auch alle anderen Gestaltungselemente. Daher hätte ich folgenden Wunsch: Bitte tastet die vom Browser selbstgewählte Standard-Schriftgröße nicht an. Schriftgrößenangaben etwa für Überschriften u. a. sollten sich immer relativ auf die Standardschriftgröße, die selbst unangetastet bleibt, beziehen. Sonst wird das Layout den unterschiedlichen Schriftgrößenwünschen der Leser nicht gerecht.

Helmut Waitzmann, Stuttgart

Das ist ein berechtigtes Anliegen. Die feste Schriftgröße war in der Tat ein Versehen unseres Weblayouters. Inzwischen ist das CSS entsprechend geändert.

Die Redaktion

Autofahrer – Radfahrer – Gesellschaftsmuster

Ich habe so meine Gedanken von denen einige hier erwähnt werden:
Es gibt wohl so etwas wie Prägungen. Ich denke, das sind Verhaltensweisen, die »überlebten« (im Gegensatz zu denen, die nicht »erfolgreich« waren. Einige werden zwar nicht mehr »gebraucht«, sind aber bis heute noch ungemindert wirksam. Einige sollen Beispielhaft erwähnt sein:
Die Gruppenzugehörigkeit (heute eher sozial bedingt) und die Abgrenzungen (gut sichtbar z. B. beim »Adel«), gemeinsames Handeln (gut sichtbar z. B. bei Fußballfans), Flüchten bei näher kommenden Bewegungen von hinten (Autobahn), Nachsetzen (Jagen) bei sich entfernenden Bewegungen vor sich (Autobahn) usw. Diese Verhaltensweisen haben einmal das Individualüberleben gefördert. Heute jedoch ist dieses weitgehend gesichert (es sollte vielmehr das Überleben der (Um-)Welt im Fokus stehen).

Die Prägungen sind aber nicht etwa »abgeschaltet« worden, sondern dienen – weil sie nunmal da sind – anderen, nicht lebensfördernden Zwecken. Der Einschätzung der (relativen) eigenen Stärke gegenüber anderen z. B. Mit der Großhirnrinde wird mitunter diesen Prägungen mit mehr oder weniger Erfolg entgegengewirkt, aber sich auch derer bedient.

»Leben und leben lassen« ist ein prima Spruch. Konsequent befolgt ihn kaum jemand. Die allgegenwärtige Sorge ist vielmehr fast ständig: höher, weiter, schneller – »besser« eben – auf Kosten anderer. »Gewinnoptimierung« steht an erster Stelle, alles andere wird immer deutlicher dem untergeordnet. Das kann Geld und/oder Status sein. Es wird immer deutlicher, daß Moral bei bestimmtem Klientel kaum oder gar nicht vorhanden ist. Empathie ist in diesen Kreisen nicht wirksam. Wäre sie es, wären sie keine Mitglieder dieses Kreises. Die Mitglieder dieses Kreises zeichnen sich durch hohe kognitive und gleichzeitig durch fast vollkommenes Nichtvorhandensein sozialer Intelligenz bzw. Kompetenz aus.

Bedauerlich ist, daß diese Muster (weil »erfolgreich«) von »gemeineren« Menschen nachgeahmt werden. Ob das nun das ehemals elitäre Rauchen, der Tennis-Sport der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, der Automobil-Besitz als Statussymbol usw. usw. ist, es wird nachgeahmt auf Teufel komm raus. Auto haben ist doch besser als keines haben, oder? Und mit der Automarke läßt sich vortrefflich der angebliche Status darstellen, oder? Was ist denn da ein Fahrrad? Ein Fahrzeug von Leuten, die sich kein Auto leisten können? Wahrscheinlich. Sicher, es gibt Ausnahmen, aber die Regel ist es doch, oder? Toleranz und Mitgefühl? Was ist denn das? Wertet mich das auf? Mein Hemd ist mir doch näher. Alles andere interessiert mich kaum. Meine Interessen sind wichtig. Wer sie stört, wird bekämpft! Prima Muster, so komme ich weiter!

Diese Verhaltensweisen sind so automatisiert, daß sie schon gar nicht mehr bemerkt werden. Wenn sie doch mal einer erwähnt (wie hier), werden sie empört zurückgewiesen (»ich doch nicht!«). Und warum? Geht’s dann besser? Ja! Wieder eine Prägung: Das alles macht mich mächtiger und damit bin ich näher am Futtertrog und an den Privilegien. Bei den Affen im Zoo ist das sichtbar. Wir Menschen haben nur eine bessere Großhirnrinde und eine andere »Kultur«. Daher ist dieses Muster nicht so offensichtlich. Wenn ein Autofahrer, der Mächtige, es mir unterlegenem Radfahrer also »zeigt« und die Information, daß die StVO geändert wurde, nicht zu ihm gelangt ist, dann sind das für mich Elemente dieses Spiels. Immerhin gibt es sie, die StVO und die Sanktionen, wenn sie nicht beachtet werden.

So ist meine Überlebenschance als »schwaches« Element dieses Systems gar nicht mal schlecht. Wäre ich andernfalls nicht schon tot (das meine ich wirklich so!)? Diese Spiele werden gespielt werden, solange sich die Moral im Durchschnittsbewußtsein nicht ändert. Aber ich habe eine Hoffnung: Nicht lebensfördernde Systeme eleminieren sich selbst – das ist nur eine Frage der Zeit. Derweil fahre ich lustig Rad und freue mich, daß ich noch lebe!

Rolf Bungartz, Bornheim

Selbstbau von LED-Scheinwerfern

Ich beschäftige mich schon seit längerer Zeit mit LED-Scheinwerfern und habe derzeit einen Selbstbau mit

  • 3 × Cree XR-E 7090 Q5
  • 2 × Carclo- und 1 × Fraen-Kollimatoren
  • Anti-Reflexbeschichteter Frontscheibe

im Einsatz. Netto (inkl. Linsen, Frontscheibe, Vorwiderstand) werden 59 lm/W erreicht:Link zur Beschreibung. Hier gibt es eine ausführliche Beschreibung und Bilder, wie der Scheinwerfer aussieht und wie er ausleuchtet.

Noch eine Anmerkung: Die Fa. Lupine bietet mit der Betty einen 7-fach LED-Scheinwerfer mit max. 1.400 lm. Im Gegensatz zu den LED-Fahrradlampen machen die eigentlich alles richtig (Kühlung, optimiertes Linsensystem, …). Leider arbeitet die mit 7,2 V und max. 3 A. Aufgrund der Spannung vermute ich, dass hier 2 LEDs in Reihe liegen (3 Stränge parallel, was mit der 7ten LED ist, weiß der Himmel). Aus diesem Lampenkopf müßte sich doch, wenn Lupine mitmacht, folgendes optimal für einen Nabendynamo bauen lassen: 3 LEDs in Reihe (2 Stränge parallel) für optimale Ausnutzung des Nabendynamos (ca. 10 V) und hoher Wirkungsgrad der LEDs (nur 250 mA). Bei 5 W und ca. 105 lm/W für die Cree Q5 in diesem Bereich könnte man mit brutto 525 lm rechnen. Bei höheren Spannungen Hintereinanderschaltung dieser Anordnung mit der 4ten LED. Die hat dann zwar mit 500 mA einen schlechteren Wirkungsgrad, kommt aber additiv z. B. für Fernlicht mit nochmals 140 lm hinzu.

Es würde für uns Bastler ja schon reichen, wenn Lupine den Lampenkopf ohne interne Beschaltung, das heißt, die LED-Anschlüsse werden einzeln herausgeführt, anbieten könnte. Was halten Sie davon? Das Ding wäre dann zwar immer noch nur eine »Zeltbeleuchtung« und kein StVZO konformer Scheinwerfen, aber bzgl. Ausleuchtung, Wärmemanagement und mech. Aufbau sicher besser als alle Selbstbauten. Und dazu noch super klein.

Dr. Wolfgang Bergter, Neubiberg

So genial finde ich die – für Preise um immerhin 1.000 Euro angebotene – Betty nun auch wieder nicht. Mit einem Materialkosteneinsatz in der Größenordnung 150 Euro kann ein halbwegs findiger Bastler sich eine vergleichbare Leuchte selbst bauen. Mich würde es nicht wundern, wenn alleine ein von Lupine angebotener Lampenkopf so viel oder mehr kosten würde.

Aber zunächst könnte man sich fragen, was man mit der Lampe eigentlich anstellen will. Die als MTB-Stirnlampe konzipierte Betty hat einerseits rotationssymmetrische Optiken, die wegen ihrer starken Blendwirkung nur für ein Fernlicht in Frage kommen. Andererseits ist die Brennweite offenbar kleiner als bei größeren Optiken (z. B. Gaggione Mobdar), welche das Licht enger bündeln und einen kleineren Stör- Streubereich haben – und deshalb zum Weitsehen auf Straßen besser geeignet sind. Ein Eigenbau aus sinnvoll gewählten Optiken kann also für typische Fahrrad- Anwendungen wie Abblendlicht oder richtige Weitstrahler besser geeignet sein. Beides sind Anwendungen, die eher anspruchsvoller sind als die Aufgabe einer MTB-Helmlampe, auf dem Trail, also auf nahen bis mittleren Entfernungen, einfach nur sehr viel relativ breit gestreutes Licht zu erzeugen.

Zu den Details: Es ist nicht möglich, LED-Reihen einfach blind parallel zu schalten, weil die Flussspannnnungen dafür zu stark streuen. Man kann die Stränge mit Vorwiderständen experimentell anpassen, aber das wäre eine typische Bastlerlösung. Die sieben LED der Betty dürften in Reihe geschaltet sein und mit einem Step-Up-Regler (mit Kragenweite 27 Volt) versorgt werden. Und die Kühlung kommt mir – für 23 Watt, die am Helmscheinwerfer auch ohne Fahrtwindkühlung betrieben werden können – nicht gerade überdimensioniert vor; vorsichtig ausgedrückt.

Rainer Mai, Autor des Artikels, Redaktionsmitglied