Fahrradzukunft

Ausgabe 19

Dezember 2014

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Leserbriefe

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Do it yourself

Zu: Aktuelle Felgenläuferdynamos im Labortest (Ausgabe 18)

Ein sehr interessanter Test.

Ich hatte an meinem Centurion Trekking Rad ursprünglich einen Union Felgenläufer Dynamo, der nach vielen Jahren mäßigen Gebrauchs sehr schwergängig wurde. Die spezielle Felgenläufer Reibrolle baute ich ab und applizierte die in Klebetechnik auf einen ganz leichten billigen No Name Dynamo, den ich noch im Keller fand. so wurde der ursprüngliche Reibrad Durchmesser von etwa 20 mm auf etwa 30 mm vergrößert. Das Fahrrad wurde mit Busch&Müller LED Lampen ausgestattet und seither ist das Rad mit Licht etwa 5000 km gefahren. Nur bei Schnee oder viel nassem Laub auf den Wegen rutschte die Reibrolle mal durch. Der Widerstand mit eingeschaltetem Licht ist so gering, dass ich schon mal bei Tag versehentlich mit Licht gefahren bin. Geräusche macht der Dynamo nicht. Selbst bei langsamer Fahr gibt es kein Flackern des Lichts, aber dafür sorgen schon die Kondensatoren in den Busch&Müller Leuchten mit Standlichtfunktion. Und mehr als 50 km/Stunde hat der Dynamo auch schon ausgehalten.

Ich habe gerade gelernt, dass man den AXA HR Traction mittels eines O-Rings statt des Origial Reibradrings perfekt zum Felgenläufer machen kann. So werde ich mein MTB ausrüsten.

Anbei ein Bild von meinem Eigenbau.

Jörg Brauns, Hanau

Erfahrungswerte

Zu: Selbstversuch mit Elektrorad: Mehr Erfahrung als Spaß (Ausgabe 9)

Zu diesem angeblichen Test kann ich nur sagen, dass ich nach 3600 gefahrenen Kilometern zu einem ganz anderen Ergebnis komme. Das einzige was nicht gut ist, ist die Akkuleistung. Ich habe ein Elektrorad von Riese und Müller mit 500-Watt-Motor. Habe beim Kauf des Rades gleich einen zweiten Akku dazu genommen. Komme mit den Akkus ca. 60–100 km weit, je nach Fahrweise. Das ist nicht viel, aber ein Bekannter hat auch ein Elektrorad mit Boschmoter, das soll angeblich 180 km weit kommen – wenn er mit mir zusammen fährt, kommt er gerade 35 km weit.

Ich habe den Vorteil, dass meine Frau auch zwei Akkus hat, die bei mir auch passen und ich dadurch einen großen Radius habe (120 km). Mein Körpergewicht beträgt auch 95 kg. Wenn ich mehrere Akkus dabei habe sind das insgesamt ca. 130–140 kg, da kommt die Motorleistung an ihre Grenzen. Meines wissen ist der Motor mit 75 kg Körpergewicht als Basis getestet worden, das finde ich wenig.

Bin auch ein begeisterter Rennradfahrer und habe ein Fully, das ich im Allgäu benutze. Es ist aber auch ein guter Konditionsaufbau, im Frühjahr mit dem Elektrorad unterwegs zu sein. Alles in allem ist das Fahren mit dem Elektrorad immer mal wieder ein Genus. Leider gibt es dann so Halbprofis, wenn man die überholt (mein Rad wird bis 45 km unterstützt) rasten sie beinahe aus. Das habe ich leider schon mehrmals erlebt. Bin dann mit dem Rennrad unterwegs gewesen und habe denselben Halbprofi überholt, er meinte dann: »Ach, du kannst ja auch Fahrrad fahren!« Das sagt alles!

Also, die Akkuleistung und Haltbarkeit ist noch bei allen Herstellern entwicklungswürdig. Es ist gut, dass sich immer mehr Menschen ein Elektrorad zulegen, die Entwicklung wird dadurch sicher schneller weitergehen.

Roland Werner, Waldenbuch

Die genannten Räder und ihre Antriebe unterscheiden sich grundlegend. Herr Werner vergleicht ein Kleinkraftrad mit Elektroantrieb (zulassungs- und helmpflichtig, bis 45 km/h) mit den in unserem Artikel beschriebenen Pedelecs (Fahrräder mit Elektro-Hilfsantrieb bis 25 km/h).

Die Redaktion

Umbautipps

Zu: V-Brake und Schaltkomfort am Rennlenker (Ausgabe 16)

Ich stehe derzeit vor genau dem Problem, das Ihr Artikel beschreibt und habe mich für die erwähnte Lösung mit Daumenschalthebeln entschieden. Allerdings konnte ich noch nicht ganz nachvollziehen, wie die Hebel befestigt worden sind, bzw. welche Schellen benutzt worden sind. Derzeit hätte ich theoretisch zwei verschiedene Schalthebelpaare zur Verfügung. Zum einen eine Kombination aus SL-M300 (links) und SL-M201 (rechts). Beim rechten Hebel scheint die Schelle jedoch nicht austauschbar zu sein (unten ist kein Schraubenkopf zu sehen). Oder ein Satz Deore SL-MT62. Beide Sätze haben die starren, ausladenden Schellen verbaut, die nur sehr schwierig am Rennradlenker zu montieren sind. Nun wüsste ich einfach gerne, welche Schellen sie an Ihrem Rad benutzt haben und wie Sie die Zuverlegung realisiert haben.

Daniel Simon, Dortmund

Die Nutzung von Daumenschalthebeln am Rennlenker setzt eine flexible Klemmschelle aus Stahlblech voraus, da sich diese besser an den größeren Rohrdurchmesser anpasst. Die von mir verwendeten ähneln den SL-MT62. Um die Schalthebel aufschieben zu können, würde ich als erstes die Klemmschraube entfernen, bei der provisorischen Montage jedoch darauf achten, dass die Schelle nur soweit wie unbedingt nötig aufgebogen wird. Dann muss man die Rennbremshebel in der gewünschten Position montieren.

Schließlich ist Experimentieren angesagt: Die optimale Schaltgriffposition findet sich nicht beim ersten Mal! Auch kann es zur besseren Greifbarkeit notwendig sein, die Schalthebel um 180° zu drehen. Zusätzlich lässt sich bei einigen Hebeln die eigentliche »Schalteinheit« mittel einer kleinen, nur von der Unterseite her zugänglichen Schraube von der Klemmschelle trennen. Hierdurch kann man den Hebel in zwei verschiedene Positionen »rotieren«, was ebenfalls die Einstellmöglichkeiten erweitert. Ist die gewünschte Position gefunden, muss oft einen längere Klemmschraube verwendet werden, da die Schellen nicht für Rennlenker dimensioniert sind und man diese unter Umständen auch an einem gekrümmten Abschnitt des Rohrs fixieren muss. Eventuell muss die Schelle innen mit der Halbrundfeile behutsam angepasst werden. Abschließend kann es nötig sein, den Lenker mit Lenkerband zu umwickeln, um gerade den Bereich der Klemmschellenverschraubung grifffreundlicher zu gestalten.

Stefan Buballa, Redaktionsmitglied

Quellenangabe

Zu: Radfahren: gefährlich oder gesund? (Ausgabe 18)

Mir gefallen Artikel wie dieser immer sehr gut, weil ich gerne alle meine Mitmenschen dazu zu bewegen versuche, auch vom Auto auf das Fahrrad umzusteigen.

Diese Zahlen fand ich besonders interessant:

»Auch an anderer Stelle finden sich interessante Zahlen [Ege et al. 2005]. Setzt man die Verletzungshäufigkeit des Fahrradfahren ins Verhältnis zu anderen Sportarten, ergibt sich folgende Abfolge:
Am gefährlichsten sind Luftsportarten mit einem relativen Risiko von 450 pro Teilnehmer; Schwimmen und Fußball mit 7 bzw. 4,9; während Fahrradfahrern als Bezugspunkt auf 1,0 gesetzt ist (lediglich Golf mit 0,83 und Wandern mit 0,06 sind ungefährlicher).«

Ich bin nicht sicher, ob ich die Quellenangabe in diesem Absatz missverstanden habe, aber irgendwie finde ich die Zahlen zumindest nicht in dem verlinkten PDF von Ege et al. wieder. Ein ähnlicher Ansatz wird von Kifer zitiert, aber mit anderen Zahlen, und deren Relevanz wird dort auch gleich in Zweifel gezogen. Weiter habe ich die anderen Quellen noch nicht durchsucht, zumal bei einigen der Zugriff schwieriger ist als nur ein paar Klicks …

Könnten Sie mir auf die Sprünge helfen?

Jan Schormann, Zorneding

Tatsächlich gab es mit einem Link der leider nur online von mir gefundenen Daten Probleme, so dass dieser bereits bei Veröffentlichung nicht mehr zu aufzufinden war und ich die Quellenangaben anpassen musste. Hier ist also tatsächlich die falsche Quelle hinterlegt. Leider kann ich die Originalquelle nicht mehr reproduzieren. Unter folgendem Link finden sich aber Werte die (soweit für mich beurteilbar) wohl aus den selben Daten stammen könnten (Anmerkung: »cyclehelmets.org« und »cycle-helmets.com« kommen beide als hinterlegte Quellenangaben bei meinem Artikel vor, so dass der Fehler wohl dadurch bedingt gewesen sein wird). Der Link lautet »http://cyclehelmets.org/1026.html#109«, »Data from Failure Analysis Associates, Inc (now Exponent Inc), Design News, 10 April 1993«.

Unter »cyclehelmets.org« sind aber generell auch einige interessante Daten wie z. B. »http://www.cyclehelmets.org/1026.html«. Aber die Links auf dieser Site sind teils auch schon wieder tot, wenngleich mit Quellenangabe versehen. Ich hoffe dass ich hier zumindest etwas weiterhelfen konnte.

Peter Seidel, Autor des Artikels

Risikogruppen

Zu: Radfahren: gefährlich oder gesund? (Ausgabe 18)

Ich habe zwei Fragen:

  1. Zu den Risikovergleichen verschiedener Sportarten finde ich nichts in der angegebenen Quelle »[Ege et al. 2005]«. Wo kann ich das stattdessen finden?
  2. Sie schreiben: »Alarmierend ist vor allem die Altersgruppe der Kinder bis 14 Jahren. Diese sind als Radfahrer besonders häufig Unfallopfer …«

Haben Sie diese Unfallzahlen auch mit der höheren Nutzung des Fahrrades abgeglichen? Ich habe dies durchgeführt und finde sogar eine geringere Unfallrate als bei allen anderen Altersgruppen.

Dr.rer.nat Ingo Rohlfs, Reutlingen

Zu Ihrer ersten Frage verweise ich auf meine Antwort zum Leserbrief von Herrn Schormann:
Der Link ist tatsächlich leider falsch hinterlegt. Ich kann hier nur einen Link mit ähnlichen Daten liefern.

Zur zweiten Frage:
Hier beziehe ich mich auf die Daten des statistischen Bundesamtes (und das sind absolute Zahlen, bezogen auf die Bevölkerung). Zwei Dinge hierzu: Die absolute Zahl finde ich deshalb so dramatisch, weil jeder verletzte oder getötete Jugendliche für mich immer einer zu viel ist. Aber zugleich gibt es hier wieder einmal das am Anfang meines Artikels erwähnte Problem: Wie sind die Bezugsgrößen? Denn zu Recht hinterfragen Sie diese Zahlen und das »relative« Risiko mag dann durchaus wieder »gering« erscheinen. Um die von mir zitierten Daten aus dem toten Link (zu Ihrer ersten Frage) zu finden, habe ich nochmals gezielt einige Quellen durchsucht, und es zieht sich wie ein roter Faden durch alle Zahlenangaben: Mal sind die Verletzten/Toten auf Kilometer bezogen, mal nur absolut pro Jahr oder in Bezug auf die Anzahl der Nutzer angegeben. Die Daten sind also bei weitem nicht vergleichbar und die Frage ist: Was ist denn nun das »echte« Risiko? Dazu wird man wohl nie eine letztendliche Antwort finden. Aus meiner Sicht ist die Frage: Wie hoch ist das Risiko, wenn ich mich von Punkt A nach B bewege? Die Unfalltoten auf den Autobahnen spielen für die Frage des Radverkehrs keine Rolle, da im Alltagsradeln ja nur eine begrenzte Distanz überhaupt zurück gelegt werden kann, der Autobahnverkehr also hiermit in keinem (oder nur geringem) Zusammenhang steht. Als gute Näherung erscheint mir, die Daten von lediglich innerstädtischen Unfällen heran zu ziehen, was auch in der Gesundheitsstudie in London (Woodcock et al) wohl recht präzise durchgeführt wurde.

Peter Seidel, Autor des Artikels