Fahrradzukunft

Ausgabe 13

April 2011

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Leserbriefe

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Kemo M172 mit Falk M4

Zu: Steckdose unterwegs – Teil 2 (Ausgabe 12)

Ich lese Fahrradzukunft seit 2 Jahren regelmäßig und habe auch schon eifrig im Archiv gestöbert. Bin begeistert von Anfang an. Das ist mal wieder einer eurer fundierten und absolut lesenswerten Technikbeiträge.

Bin bei der Suche im Internet nach einer für mein Budget erschwingliche »Steckdose« auf den Kemo M172 gestoßen. Er hat inzwischen eine 700-km-Radtour mit angeschlossenem Falk M4 mit Magicmaps Scout für die Fahrrad-Navigation hinter sich.

Den Regler habe ich als mehr oder weniger Laie mit viel Gefummel, Löterei und Schrumpfgeschlauche und natürlich nicht parallel angeschlossen. Bei dem Schaltplan sollte Kemo unbedingt nachbessern! Der mitgelieferte ist doch reichlich hinter dem Mond. Dass man den Regler auch parallel anschließen kann, ist einer der vielen guten Tipps aus der Berichterstattung. Könnt ihr nicht mal einen verständlichen Anschlussplan nachträglich veröffentlichen?

Nun zu den Ergebnissen der Tourerfahrung:

  1. Die Befestigung des Reglers auf der Halterung für die Ortlieb-Lenkertasche hat sich bewährt. Müsste so auch mit Klickfix-Haltern funktionieren. Regler und LED waren beim Fahren im Blickfeld (siehe Foto im Anhang).
  2. Der Laderegler hat einwandfrei funktioniert. Gut: die Ladekontroll-LED.
  3. Allerdings hat sich das Falk bei jedem Halt, sprich bei jeder Ladeunterbrechung zurück gesetzt. Ich musste dann Start- und Zielort für das Routing jeweils neu eingeben.

Ich habe dann auf die ebenfalls mitgeführte Akku-Box ebenfalls mit Mini-USB-Stecker mit 4 Eneloop-Akkus darin zurück gegriffen und die Akkus abends jeweils wieder aufgeladen. Damit lief das Falk dann den ganzen Tag. Das war aber nicht Sinn der ganzen Aktion. Reagieren andere Navis auch so? Gibt es eine Abhilfe? Wahrscheinlich nicht, da Falk-Problem? Gibt es eine Akkubox mit Laderegelung?

Ulrich Grobe, Osnabrück

Das Verhalten ist so nicht üblich und natürlich auch nicht sinnvoll. Bei einem Wackelkontakt an der Zigarettenanzünderbuchse im Pkw darf das ja auch nicht gleich zum Neustart des Navi führen. Dafür ist ja der interne Akku da. Das Falk M4 selber kenne ich nur vom Ansehen am Messestand. Fragen Sie doch mal bei Falk oder noch besser bei MagicMaps (die sind am Thema Nabendynamo-Betrieb ernsthaft interessiert!) diesbezüglich nach. Wenn Sie da erhellende Antwort bekommen, veröffentlichen wir die gerne mit.

Andreas Oehler, Autor des Artikels, Redaktionsmitglied

4-Beiner nur mit Silizium

Zu: Minimal-Lader (Ausgabe 12)

Eine kurze Frage zum Minimal-Lader: Welchen Vorteil bringen 4 einzelne Dioden gegenüber einem fertigen Brückengleichrichter? Oder ist dies egal?

Simon Winiger

Prinzipiell funktioniert im Minimal-Lader natürlich auch ein Brückengleichrichter als »4-Beiner«. Nachteil ist, dass es in dieser Form aber nur Silizium-Gleichrichter und keine Schottky-Dioden gibt. Silizium-Dioden haben aber eine jeweils um ca. 0,3 Volt höhere Durchbruchspannung. Das bedeutet unnötige Verluste und etwas geringe Ladeleistung bei langsamer Fahrt.

Andreas Oehler, Autor des Artikels, Redaktionsmitglied

Technisches und Soziales

Zu: Hohlspeiche (Ausgabe 12)

Dass das Fahrrad eine Zukunft hat – und was für eine –, steht für mich außer Frage!

Die Bemühungen, es immer besser zu machen und durch Variationen den verschiedenen Geschmäckern bezahlbar anbieten zu können, sind großartig.

Ich selber bin technisch und sozial interessiert. Daher betrachte ich auch das Straßenbild und bemerke auch seine Veränderungen. Diese sind eben zum Teil technisch, zum Teil sozial bedingt, aber auch durch (sinnlose oder gefährliche) »Moden« oder ein bestimmtes »In«-Verhalten. Es ist z. B. derzeit »in«, bei Spurwechseln und gar beim Abbiegen nicht zu blinken! Wenn ich als Radfahrer nicht mitdenken würde, wäre ich schon längst von einem nicht blinkenden Auto samt Fahrrad überrollt worden. Es gibt allerdings psychologische oder soziologische Aufschlüsse.

Unter diesem Gesichtspunkt sehe ich auch bei Fahrrädern häufig, dass z. B. auf das kleinste von dreien Kettenrädern vorne und, damit es irgendwie wieder mit der Tretgeschwindigkeit stimmt, hinten auch der kleinste Zahnkranz benutzt wird. Dass der Kettenspanner so in eine Extremstellung kommt, ist gewollt, weil es »schick«, »modisch« oder »in« ist. An Zufallsergebnisse beim »Gängerühren« mag ich nicht so recht glauben, weil’s doch merkbar schwerer geht. Na gut, »jeder Jeck ist anders«, sagt der Kölner.

Aber: Da mir als Maschinenbautechniker auch Kettengetriebe nicht fremd sind, kenne ich was von Umlenkungen der Ketten und deren Kraftverluste. Ein derartiger Betrieb bedeutet also eine Verschlechterung, die von der Muskelkraft ausgeglichen werden muss. Er richtet sich also gegen die Eingangs erwähnten Bemühungen.

Hinzu kommt, dass die nahezu gleiche Übersetzung bei anderer Wahl des Paares Kettenrad/Zahnkranz bei wesentlich geringerer Umlenkung der Kette einzustellen wäre, wäre aber eben nicht »schick«.

Durch das Bild auf Seite 30 wurde ich daran erinnert. Es wirkt bestimmt gut als »Vorbild«, und der Kettenspanner funktioniert hervorragend.

Rolf Bungartz, Bornheim

Das Foto in der aktuellen »Hohlspeiche« auf Seite 30 zeigt den Kettenspanner an einem vollgefederten Liegerad. Da dient er evtl. auch dazu Kettenlängenunterschiede beim Einstellen des Tretlagers für größere und kleinere Nutzer auszugleichen – da kann eine dermaßen ungünstig »zu lange Kette« schonmal eine zeitlang verantwortbar sein. Uns hat eher das mutige Einspeichmuster mit radialer Speichung an der angetriebenen Nabe amüsiert. Das mögen Speichen und Nabenflansch gar nicht …

Die Zielrichtung Ihres Schreibens ist aber sicher richtig. Der Umgang mit einer Kettenschaltung überfordert scheinbar viele Menschen.

Andreas Oehler, Autor des Artikels, Redaktionsmitglied

Halfstep mit Granny aus Serienteilen

Zu: Half Step plus Granny reloaded (Ausgabe 2)

Auf der Suche nach Informationen über Halfstep-und-Granny-Getriebe bin ich über Ihre Ausgabe vom Juli 2006 zu diesem Thema »gestolpert«. Nach dem ich sie durchgelesen hatte, war ich überzeugt, dass ich diese faszinierende Idee auch an meinem Alltags-Randonneur verwirklichen muss. Da ich leider weder über das Material noch die Kenntnisse für silbergelötete Eigenbauten verfüge (obwohl die Aussicht auf Gebirgsreisen im optimalen Drehzahlbereich sehr, sehr verlockend ist), habe ich mich für eine Lösung mit Serienteilen entschieden. Ich habe dafür eine 5-Arm-MTB-Kompaktkurbel von Anfang der 90iger Jahre verbaut, wie sie auch an dem vollgefederten Rad auf dem ersten Bild des ersten Artikels ihrer Ausgabe zu sehen ist. Und nun ergab sich eine Frage um deren Beantwortung ich Sie bitten möchte:
Trotz Einbau des kürzesten Innenlagers, das ich auftreiben konnte (BB-UN54 in 107 mm) und Verwendung einer auf 6-fach modifizierten Kassette, ist meine Kettenlinie weit vom Ideal Mitte Kassette – Zwischenraum große Kettenblätter entfernt. Sie liegt leider eher bei mittleres Kettenblatt – kleinstes Ritzel …

In der Hoffnung, dass einer von Ihnen das erwähnte vollgefederte Rad fährt: Wie haben Sie das gemacht?

Falls da nichts zu machen ist, würde ich versuchen auf »normale« 5-Arm-MTB-Kurbel und Mountain Tamer umzusteigen (da bei dieser meiner alten XT-Kurbel die Kettenblätter bauartbedingt weiter nach innen kommen). Dazu habe ich auch eine Frage: Muss man bei Verwendung eines »Mountain Tamer Triple« auf jeden Fall die Gewindesockel für das kleinste Kettenblatt kürzen?

Jakob Glüer

Mich hat Ihre Anfrage der Zeitschrift Fahrradzukunft erreicht und als Autor dieses Artikels fühle ich mich doch glatt angesprochen und empfehle ein Innenlager mit einer kürzeren Welle, wie z. B. das Token Innenlager mit 103 mm Länge. Meine Kunden haben mit Token Innenlagern bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht, denn sie verhalten sich völlig unauffällig, laufen leicht und sind leicht. Sollte doch einmal Lagerspiel auftreten, können die Rillenkugellager problemlos gewechselt werden.

Der Großhändler Von Trotha GmbH hat in der Regel alle Ersatzteile vorrätig. Damit die Kurbel weiter auf die Welle schlupft, kann der Vierkant leicht eingefettet werden. Mit dem Drehmoment, mit dem die Kurbelschrauben angezogen werden, sollte man es aber nicht übertreiben. Bei dem roten vollgefederten Rad könnte die Kurbel gar nicht mehr weiter nach innen, da sonst die Kette bei Verwendung des Granny am zentralen Rahmenrohr schleifen würde.

Was das Thema ideale Kettenlinie angeht, so ist dazu zu sagen, dass es bei Serienrahmen aufgrund der symmetrischen Geometrie oft Platzprobleme gibt. Manchmal ist auch die rechte Kettenstrebe dem mittleren Kettenblatt im Wege. Eine sinnvolle Abhilfe wäre ein asymmetrischer Hinterbau mit einer um ca. 10–15 mm nach rechts versetzten Nabe. Ein weiterer Vorteil dabei wäre noch, zumindest bei Nicht-Verwendung von Scheibenbremsen, ein symmetrisches Speichenbild hinsichtlich Länge und Spannung. Bei einer dem Optimum angenäherten Kettenlinie ist unbedingt darauf zu achten, dass die Kette beim Schaltvorgang hinten kleines Ritzel und vorne von Mitte auf Groß die Kette durch den Kettenzug nicht nach außen übergeworfen wird. Eine geeignete Kettenschutzscheibe oder Ring schafft hier Abhilfe.

Zum Mountain Tamer kann ich leider nichts sagen, da ich ihn nur vom Hörensagen kenne.

Wolfram Fischer, Autor des Artikels

Bei Verwendung des Mountain Tamers ist es vermutlich notwendig, die Gewindesockel zu kürzen, gerade wenn Sie sich bemühen sicherzustellen daß die Kettenlinie nicht zu sehr nach aussen »rutscht«. Auch kommt man mit gekürzten Gewindesockeln nicht so schnell an die Grenzen des Schwenkbereichs des Umwerfers. Letztendlich hängt alles aber auch vom Dimension und Geometrie des Hinterbaus / der Kettenstreben ab; daher lässt sich die Frage eigentlich nur durch ausprobieren (Probemontage) klären. Oft reicht schon ein Aufschieben der Kurbel ohne die Schraube anzuziehen, um zu sehen, dass der Mountain Tamer schleifen wird. Das Kürzen der Gewindesockel ist hier sehr gut beschrieben, man braucht mitnichten eine Drehbank.

Stefan Buballa-Jaspersen, Redaktionsmitglied